Herzlich willkommen

in der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie

Im Zentrum für seelische Gesundheit an der Klinik Bassum stehen unseren Patienten die Bereiche für Psychiatrie und Psychotherapie für stationäre und teilstationäre Behandlungsmöglichkeiten für alle psychischen Erkrankungen zur Verfügung. Die Aufnahme in die Klinik erfolgt, wenn jeweils alle ambulanten Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind oder aus anderen Gründen nicht in Betracht kommen. Je nach Ausprägung des Krankheitsbildes und den entsprechenden Bedürfnissen des Patienten kommen dabei unterschiedliche, individuell abgestimmte Behandlungsmöglichkeiten zur Anwendung.

Unser Zentrum steht in erster Linie den Einwohnern des Landkreises Diepholz im Rahmen der Pflichtversorgung zur Verfügung. Auf dieser Grundlage stehen wir auch in guter Kooperation mit den hiesigen psychiatrischen Einrichtungen und Versorgungsmöglichkeiten, deren Angebote wir ergänzen.

Unser Leistungsspektrum

Aufnahme & Therapiekonzept

Wir bieten in der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie Behandlungsmöglichkeiten für alle psychischen Erkrankungen. Dazu gehören zum Beispiel psychische Veränderungen aufgrund hirnorganischer Erkrankungen, Suchterkrankungen, Psychosen, Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen, Essstörungen, psychische Schädigungen aufgrund von Traumatisierungen und Persönlichkeitsstörungen. Je nach Ausprägung des Krankheitsbildes und den entsprechenden Bedürfnissen des Patienten kommen dabei unterschiedliche, individuell abgestimmte Behandlungsmöglichkeiten zur Anwendung.

Die Aufnahme erfolgt in der Regel nach Voranmeldung durch den Haus- oder Facharzt. In schwierigen und krisenhaften Situationen dürfen sich selbstverständlich die Patienten auch direkt in unserem Hause melden. Dabei wird dann abgestimmt, ob eventuell auch ein ambulanter Kontakt ausreicht, um einer Problematik gerecht zu werden. Der Kontakt sollte unter der Telefonnummer 04241 81–30200 erfolgen.

Aufnahme mittels Einweisung

Sollte die Aufnahme hier notwendig werden, erfolgt diese auf dem üblichen Wege mittels Einweisung durch den Haus- oder Facharzt.

Institutsambulanz

Unsere Institutsambulanz ergänzt die Regelversorgung der niedergelassenen Fachärzte und Psychotherapeuten und steht vorwiegend für die (vorübergehende) poststationäre Behandlung, die Erstversorgung von psychiatrischen Notfällen und für die Begleitung chronisch psychisch kranker, komplex zu behandelnder Patienten zur Verfügung.

Bei der Behandlung kommt ein mehrdimensionales Therapiekonzept zum Tragen, das unterschiedliche, therapeutische Ansätze integriert. Ein multiprofessionelles Team, bestehend aus Fach- und Stationsärzten, Pflegekräften, Psychologen, Sozialarbeitern/-pädagogen, Ergo- und Kunsttherapeuten, Musiktherapeuten sowie Physiotherapeuten werden bedarfsgerecht in die Behandlung einbezogen.

Einbeziehung des psychosozialen Umfeldes

In der Regel schließt sich an eine Stabilisierungsphase eine intensivere therapeutische Phase mit der Arbeit an Symptom verursachenden Problemen und Belastungen an. Sobald möglich wird dann die Entlassungsvorbereitung unter Einbeziehung des psychosozialen Umfeldes eingeleitet. Dazu können dann auch Belastungserprobungen im häuslichen Umfeld gehören.

Einbeziehung weiterer psychosozialer Partner

In die Entlassungsvorbereitung werden, soweit erforderlich, andere psychosoziale Partner einbezogen. Dies können zum Beispiel der Sozialpsychiatrische Dienst, ein Betreutes Wohnen oder auch die ambulante psychiatrische Krankenpflege sein. Des Weiteren unterstützen wir unsere Patienten auch, wenn erforderlich, bei der Umsetzung einer weiteren ärztlichen oder auch psychotherapeutischen Versorgung.

Angehörigengespräche

Je nach Bedarf werden beispielsweise zur Klärung spezifischer Fragen oder zur Information von Krankheitsbildern Angehörigengespräche geführt. Selbstverständlich werden alle therapeutischen Schritte mit dem Patienten oder dessen Vertreter abgestimmt.

Therapieangebot

Zu Beginn der Behandlung erfolgen immer eine körperliche Untersuchung und unter Umständen erforderliche, weitergehende medizinische und psychologische Diagnostik. Eine Verlaufsdiagnostik wird während der gesamten Behandlungsdauer fortgeschrieben. In regelmäßigen Visiten wird die Behandlung auf den Patienten abgestimmt und mit diesem besprochen. Je nach Belastbarkeit und Behandlungserfordernissen kommen unterschiedliche Angebote zur Anwendung.

In der Gruppenpsychotherapie können Probleme der Patienten in spezifischer Weise bearbeitet werden. Durch den Gruppenprozess kann insbesondere dysfunktionales Beziehungsverhalten verstanden, reflektiert und verändert werden. Mitmenschliche Unterstützung, das Erleben unterschiedlicher Perspektiven und auch die Wahrnehmung der mit Konflikten oder Beziehungsmustern verbundenen Gefühle erlauben eine veränderte Beziehungsgestaltung zu anderen und zu sich selbst.

Fähigkeit Probleme zu lösen

Selbstachtung, Vertrauen, Intimität oder Selbstbehauptung entwickeln sich und werden erlebbar. Bedürfnisse können ausgedrückt werden. Soziale Kompetenz  kann so ver- bzw. gebessert werden. Mit Hilfe der anderen Gruppenteilnehmer und der Therapeuten können individuelle Belastungssituationen „entschärft“ und die Fähigkeit Probleme zu lösen, verbessert werden.

Geschützter Rahmen

Die Einzelpsychotherapie bietet die Möglichkeit, in einem geschützteren Rahmen Themen zu vertiefen und den Therapieverlauf individuell abzustimmen.

Mit jedem einzelnen Patienten werden anhand der ärztlichen Diagnose und der ergotherapeutischen Befunderhebung Wege der Interventionen, d.h. Behandlung und Beratung sowie auch zur Prävention, vereinbart und verfolgt – immer mit dem Ziel größtmöglicher Selbstständigkeit, Teilhabe und Lebensqualität.
In der Psychiatrie gelingt es oft, die Verarbeitung eines Krankheitsverlaufes oder einer Krisensituation zu unterstützen und so den Umgang mit einer Beeinträchtigung im Alltag zu verbessern.
Diese Ziele können durch den Einsatz unterschiedlicher Methoden/Trainings  gemeinsam bearbeitet werden:

Kompetenzzentrierte Methoden:

Durch sachbezogene, alltagsorientierte Übungen sollen verloren gegangene oder nicht vorhandene Kompetenzen erworben werden. Dies kann u.a. durch die Nutzung lebenspraktischer, handwerklicher und/oder arbeitsbezogener Medien zur Übung bestimmter Tätigkeiten gefördert werden.

Interaktionelle Methode:

In diesem überwiegend prozessorientierten Gruppenangebot steht die Förderung von sozialen Kompetenzen und Beziehungsfähigkeiten, Selbst- und Fremdwahrnehmung, Kommunikationsfähigkeit  sowie situationsgerechtem Verhalten im Vordergrund.

Ausdruckszentrierte Methode:

Der Patient soll sich Möglichkeiten erschließen, über kreativ-gestalterisches Tun und Handeln zur besseren Wahrnehmung von Erlebnisqualitäten zu finden, d.h. lernen, Wünsche, Bedürfnisse und Gefühle insbesondere nonverbal, aber auch verbal zum Ausdruck zu bringen.

Kognitives/Hirnleistungstraining:

Förderung von Konzentration und Merkfähigkeit.

Ein Teil unseres Angebots:

- kreativ-handwerkliche Settings
- Arbeitstherapie
- Koch- und Backgruppe
- Bewegungsangebote (u.a. therapeutisches Boxen, Körperwahrnehmung)
- Sensorische Integration
- computergestütztes Hirnleistungstraining
- Soziales Kompetenztraining
- Projektgruppen
- Psychotherapiegruppe-kreativ
- Offenes Atelier
- computergestütztes Hirnleistungstraining

In der Kunsttherapie können in Gruppen- und Einzeltherapie persönliche Einstellungen und innerpsychische Verarbeitungsstrategien sowie zwischenmenschliche Beziehungsmuster durch den Ausdruck über das Material deutlicher als über sprachliche Prozesse erlebt werden. Dabei dienen der Gestaltungprozess und das Gestaltungsergebnis auch als anschauliche Klärungs- und Reflektionsgrundlage.


Der kreativ-schöpferische Zugang ermöglicht für einige Patienten einen leichteren und unmittelbareren Einstieg in eigenes emotionales Erleben und eine Annäherung an konflikthaft erlebte Themen, aber auch ein Wiederentdecken von Ressourcen.

Für die Musiktherapie stehen verschiedene Instrumente bereit. Es sind keine musikalischen Vorkenntnisse erforderlich. Das gemeinsame Musizieren auf den unterschiedlichen Instrumenten ist als ein gemeinsames Handeln und Tun zu verstehen, bei dem unter anderem typische Beziehungsgestaltungen erlebbar werden. 

Verbindende Klänge

So können in der Gemeinschaft verbindende Klänge entstehen. Es ist aber auch möglich, über das Musizieren Abgrenzung von anderen zu verdeutlichen. Das gemeinsam Musizierte wird anschließend besprochen, so dass das vom Patienten Dargestellte und Erlebte eingeordnet werden kann. Mögliche Parallelen zur individuellen Problematik können hergestellt werden.

Auf der Station bieten wir das Erlernen der Progressiven Muskelrelaxation nach Jacobsen sowie die Aromapflege an. Beide Verfahren dienen dazu, das Befinden steuern zu lernen, die Genussfähigkeit zu fördern, sowie Freude an Entspannung zu finden.

Je nach Krankheitsbild kann es erforderlich werden, medikamentöse Behandlungsmaßnahmen unterstützend mit einzubeziehen. Ein solches Vorgehen wird eng mit dem Patienten abgestimmt. Die Medikation kann unter der täglichen Beobachtung optimiert werden.
Sollten Patienten bereits vor der Aufnahme Medikamente einnehmen, ist es wichtig, uns dies mitzuteilen. Die jeweiligen Medikamente werden dann von uns während des stationären Aufenthaltes weiter verordnet.

Patienten benötigen ausführliche Informationen zu Krankheitsbildern, therapeutischem Vorgehen und gesundheitsförderlichem Verhalten, um sich im Behandlungsprozess - und bei der späteren Lebensbewältigung- zu orientieren, Sicherheit zu erfahren und fundierte Entscheidungen treffen zu können. Im Rahmen von Informationsvorträgen mit ausführlicher Diskussion und durch Informationsmaterial wollen wir dazu beitragen.

Wir unterstützen unsere Patienten bei der Gestaltung des Zusammenlebens und der Umsetzung von Aktivitäten auf der Station. Dazu gehören gemeinsames Kochen, gemeinsame Unternehmungen und Verabredungen. Dadurch sollen positive Aktivitäten aufgebaut und die Möglichkeit, Gelerntes auszuprobieren, gegeben werden.

 

Seelischer Stress ist häufig mit körperlichen Verspannungen und vegetativen Fehlfunktionen verbunden. Viele Menschen haben kaum noch ein Gespür für ihren eigenen Körper und haben es verlernt, dem Grundbedürfnis nach Entspannung und Wohlbefinden bewusst nachzugeben. Darum ist Physiotherapie im Gesamtspektrum psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung so bedeutsam.

Die Behandlungskonzepte der Physiotherapie helfen den Patienten Begleitsymptome psychiatrischer Erkrankungen zu lindern. Auch Beschwerden aus anderen medizinischen Bereichen (z.B. Chirurgie, Neurologie, Orthopädie, Innere Medizin) können in der Einzeltherapie individuell behandelt werden.

Ziele der Physiotherapie

Verbesserung der Beweglichkeit, Kraft, Ausdauer und Koordination

  • Schmerzreduktion
  • Verbesserung der Körperwahrnehmung und des Körperschemas
  • Spaß und Freude an der Bewegung und an der eigenen Aktivität erleben
  • Wiedergewinnung eigener Ressourcen
  • Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens und der Leistungsfähigkeit

Leistungsangebote ...

... in der Gruppe
  • Sport/ Gymnastik/ Spiele auf unterschiedlichen Anforderungsniveaus
  • Nordic Walking
  • Gruppe für Abhängigkeitserkrankte
... in der Einzelbehandlung
  • Allgemeine Mobilisation
  • Manuelle Therapie
  • Krankengymnastik nach Bobath
  • Schlingentischtherapie
  • Atemtherapie
  • Gerätetraining
  • Ergometertraining
  • Klassische Massage
  • Lymphdrainage
  • Ultraschall
  • Wärmetherapie z.B. Fango, Heißluft, heiße Rolle
  • Kryotherapie

Psychiatrische Tagesklinik

Die Tageskliniken für Erwachsene in Diepholz und Twistringen sind Außenstellen und Abteilungen des Zentrum für seelische Gesundheit in Bassum. Eine Behandlung in unserer Tagesklinik ist dann empfehlenswert, wenn eine ambulante Therapie nicht mehr ausreicht, ein stationärer Aufenthalt dadurch abgekürzt werden kann oder Probleme mit der jetzigen Lebenssituation verstärkt angegangen werden sollen.

Weitere Informationen zu den psychiatrischen Tageskliniken finden Sie hier.

Psychiatrische Institutsambulanz

Bei psychischen Erkrankungen ist die Behandlung in der Ambulanz dann die günstigste Vorgehensweise, wenn die Krankheit einen chronischen Verlauf nimmt oder häufig wiederkehrt.

Weitere Informationen zur psychiatrischen Institutsambulanz finden Sie hier.

Unser Team

Chefarzt

Dr. med. Gerd-Christian Kampen

Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie

Chefarzt

Dr. med. Stefan Renner

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatische Medizin

Ltd. Oberarzt

Dr. med. Christoph Mattheis

Facharzt für Psychiatrie und Neurologie

Funktions Oberärztin

Birgit Kaune

Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie