Bild therapeutin im ZfsG

Im Gespräch mit Marion Beutner und Sören Asbach

Sozialdienst im Zentrum für seelische Gesundheit

Marion arbeitet bereits seit 30 Jahren im Sozialdienst des Zentrums für seelische Geundheit, inzwischen schon einige Jahre als Leitung. Sören ist Sozialarbeiter und erst seit 3 Monaten im Team des Sozialdienstes dabei. Er bringt eine ganz frische Perspektive auf die Arbeit im Zentrum für seelische Gesundheit mit. Wir haben mit beiden darüber gesprochen, was ihre Arbeit im Sozialdienst ausmacht, was das Zentrum für seelische Gesundheit so besonders macht und welche Vorurteile über Sozialarbeiter/innen eigentlich so gar nicht stimmen.

Hallo ihr beiden! Bitte erzählt doch einfach mal, wie euer Weg hier bei den Kliniken Landkreis Diepholz bislang war, wer ihr seid und was ihr hier macht.

Sören: Ich bin Sören Asbach, 25 Jahre alt und seit knapp 8 Wochen im Zentrum für seelische Gesundheit in Bassum und als Sozialarbeiter im Sozialdienst beschäftigt. Ich habe noch viel Weg vor mir und schon viel Neues gelernt. Die Kollegen/innen haben mich sehr gut aufgenommen; im ganzen Haus, wenn ich hinzufügen darf. Alle sind hier mit einem großen Herz dabei und unterstützen bestmöglich. Ich fühle mich sehr wohl! Die Zusammenarbeit mit den Patienten ist toll, die Stimmung ist gut. Ich kann nicht klagen und ich bin sehr zufrieden.

Darf ich da direkt einmal nachhaken, wo du vorher warst? Also wo du herkommst?

Sören: Ja, ich komme ursprünglich aus der Erwachsenenhilfe. Dort konnte ich viele Erfahrungen sammeln. Vor allem mit psychisch erkrankten Menschen, zum Schluss mit geistigen Behinderungen.  Die Erwachsenenhilfe war bis jetzt mein Steckenpferd.

Ja, vielen Dank. Vielleicht kannst du jetzt auch noch einmal erzählen, wie dein Weg hier ist, Marion.

Marion: Ja, der ist etwas länger (lacht). Mein Name ist Marion Beutner, ich bin Diplom-Sozialarbeiterin/-pädagogin, habe einen Master in Klinischer Sozialarbeit und leite im ZfsG den Sozialdienst. Ich bin am 01.07.1994 im ZfsG angefangen – mit dem 1. Tag der Psychiatrie. Das bedeutete Aufbauarbeit. Zuvor hatte ich 5 ½ Jahre in der sozialpädagogischen Familienhilfe bei einem kirchlichen Träger in Lingen gearbeitet. Und das war, wenn man so will, eine Mischung aus Erwachsenen- und Jugendhilfe. Ich bin neu in die psychiatrische Arbeit eingestiegen. Das war am Anfang mit viel „Lachen“ verbunden. Wobei ich betone, über uns und nicht über die Patienten. Wir sind mit viel Herz an die Arbeit gegangen. Und das würde ich sagen, hat uns von Anfang an ausgezeichnet. Und so sind mittlerweile 30 Jahre vergangen.

Neben der anfänglichen Aufbauarbeit gehörte die Aufklärung über psychische Erkrankungen, Abbau von Vorurteilen, etc. zu unserer Arbeit. Du musst dir vorstellen, da gab es plötzlich in dieser Kleinstadt Twistringen eine Psychiatrie. Die meisten wussten nicht, wer sind diese Menschen, was haben wir zu befürchten? Viele haben uns mit der Forensik verwechselt. Wir mussten Ängste nehmen, gingen in die Öffentlichkeit und waren präsent. Wir haben uns in die Stadt integriert und bei städtischen oder kirchlichen Veranstaltungen mitgewirkt. So haben wir immer versucht, ein „Gemeinsames“ zu schaffen.

Persönlich ist es mir wichtig zu sagen, dass ich in den ganzen Jahren im Klinikverbund viel Wertschätzung erfahren habe und gefördert wurde, z.B. bei meinem Masterstudiengang.

Hast du den berufsbegleitend gemacht?

Ja, ich wurde freigestellt und die Studienkosten wurden übernommen. So etwas ist keine Selbstverständlichkeit. Fortbildungen und Netzwerkarbeit waren ebenfalls immer möglich. Das schätze ich sehr. Man kann sich vorstellen, wenn man 30 Jahre beim Arbeitgeber bleibt, dann spricht das für ihn.

Spannend! Jetzt hast du gerade schon ein bisschen angedeutet, dass dir die Tätigkeit hier gut gefällt. Was würdet ihr beide sagen, ist das Besondere an der Tätigkeit hier im Zentrum für seelische Gesundheit?

Marion: Ja, tatsächlich die Patienten, die Tätigkeit des Sozialdienstes. Hier kann man sagen: Kein Tag ist gleich. Man hat permanente neue Herausforderungen und muss sich ganz individuell auf einen Patienten einstellen. Das ist kein Abarbeiten von links nach rechts auf dem Schreibtisch. Und das ist gleichzeitig das Faszinierende daran.

Sören: Da kann ich mich tatsächlich nur anschließen. Die Arbeit mit dem Patienten ist so vielfältig. Alle bringen ganz unterschiedliche Lebenserfahrungen mit. Mir ist sehr positiv das multiprofessionelle Arbeiten im ZfsG aufgefallen, also die Zusammenarbeit zwischen Pflege, Ergotherapie, Ärzteschaft, Psychotherapeuten, dem Sozialdienst. Diese ganzen Komponenten fügen einen Fall ganzheitlich zusammen. Das finde ich sehr beeindruckend. Neben dem Medizinischen wird das Soziale nicht ausgeblendet.

Marion: Wir vertreten einen biopsychosozialen Ansatz. Ich könnte nur Medikamente geben und denken, dann ist alles wieder gut. Dem ist aber nicht so. Wir verstehen uns als Sozialpsychiatrie und berücksichtigen die psychischen und sozialen Folgen, zudem arbeiten wir interdisziplinär. Das heißt, die Fachlichkeit jeder Berufsgruppe wird zusammengeführt und eine Behandlung festgelegt.

Könnt ihr das noch ein bisschen genauer beschreiben, wie genau die Zusammenarbeit abläuft?

Marion: Ja. ich nehme einmal das Beispiel Ergotherapie. Diese findet in Gruppen- oder Einzeltherapien statt. Der Ergotherapeut gibt eine Rückmeldung ins Team, z.B. wie belastbar ein Patient ist, ob er es schafft, pünktlich zu Therapie zu kommen, wie lange er sich konzentrieren kann, etc. Diese Einschätzung kann ich nutzen und bin klarer darin, welche beruflichen Perspektiven mit dem Patienten besprochen werden können. Ist ein Arbeiten auf dem 1. Arbeitsmarkt möglich, wird ein Antrag auf Teilhabe gestellt, begleite ich den Pateinten zu Gesprächen mit dem Arbeitgeber, etc.  Der Eindruck der Pflegekräfte im Laufe des Tages ist sehr wichtig. Besteht noch eine Antriebsstörung, ist er eher unruhig, wird es am Nachmittag oder Abend schlechter oder besser? All diese Informationen bestimmen mein weiteres Vorgehen. Oder wir stellen im Team fest, dass der Patient auf unsere psychosomatische Abteilung oder in ein tagesklinisches Angebot wechseln sollte. Zudem haben wir interdisziplinäre Fallgespräche.

Okay, ja, sehr spannend.

Sören: Genau, zusätzlich nehmen wir an Visiten teil und besprechen, was gerade sinnvoll ist. Von meinem Gefühl her liefert gerade die Pflege wertvolle Tipps für den Sozialdienst. Also „da könnt ihr vielleicht noch mal drauf gucken“. „Da haben wir das und das herausgehört“. Ich habe das Gefühl, die Pflege ist sehr sensibel dafür, welche sozialen Schwierigkeiten bestehen und wo Handlungsbedarf besteht. Und durch den regen Austausch, die wir miteinander haben, sei es in der Visite, sei es in der Übergabe, sind wir im Gespräch über die einzelnen Patienten und schaffen uns ein ganzheitliches Bild.

Marion: Und zu unserer Arbeit gehören unsere vielen Netzwerkpartner. Wir müssen den Kontakt pflegen, tauschen uns aus, arbeiten im Verbund des Landkreis Diepholz. Ich habe z.B. in der Klinik verschiedene Krankheitsbilder. Von einer Depression, einer Schizophrenie, Suchterkrankung oder Alterserkrankungen wie eine Demenz. D. h., so vielfältig die Erkrankungen, so vielfältig die ambulanten, teilstationären und stationären Hilfen. Die Vermittlung wird zunehmend schwerer, da wir allgemein unter dem Fachkräftemangel leiden. Die Suche geht dabei über den Landkreis Diepholz hinaus.

Okay, also wenn die Kapazitäten begrenzt sind, dann sucht ihr immer weiter.

Marion: Ja, es gibt Einrichtungen mit einem besonderen Hilfebedarf. Z. B. bei Patienten, die beschützt untergebracht werden (früher hat man geschlossen gesagt), zum Beispiel in einem Wohnheim für psychisch kranke Menschen. Im Landkreis gibt es keine beschützte Wohnform, sodass wir unseren Radius erweitern. Insgesamt stehen bundesweit nur wenige Einrichtungen zur Verfügung bzw. haben freie Plätze.

Könnt ihr beschreiben, wie ein Arbeitstag bei euch relativ typisch abläuft? Was kann da so vorkommen?

Marion: Ja, einen typischen Tag gibt tatsächlich nicht. Wir haben natürlich Strukturen, an denen wir an Visiten und Übergaben teilnehmen. Aber ansonsten ist jeder Tag anders und die Anfragen der Patienten variieren. Im Gespräch erzählt der Patient, was ihn belastet, wir gehen auf ihn ein und klären, worin die Hilfen bestehen können. Wichtig ist, dabei eine vertrauensvolle Beziehung herzustellen, zuzuhören! Und je nach Krankheitsbild unterscheiden sich die Aufgaben. Es gibt keinen typischen Tag.

Sören: Genau, das macht die Arbeit aus und ist so besonders. Das bringt – das klingt vielleicht ein bisschen pathetisch – ein Stück Magie mit rein. Einfach weil man nicht weiß, was einen erwartet. Und jeder Patient ist unterschiedlich. Manche Leute kommen hier geordnet an und sagen „Das und das ist gerade mein Problem und wenn ich konkret diese eine Frage beantwortet habe, dann ist alles gut“. Manche Leute kommen hier aber an und sagen „Ja, weiß jetzt auch nicht so richtig, warum ich hier sitze“, und dann muss man erstmal herausfinden, was passiert ist, wie die Sache weiter gestaltet werden kann, welche Interessen da sind. Das variiert auch im Alter. Wir nehmen Patienten ab 18 Jahren auf und nach oben hin ist keine Grenze. Das komplette Spektrum an Bevölkerung. Also vom Menschen, der, stereotypisch gedacht, suchterkrankt von Sozialhilfe lebt, bis hin zum Arzt ist alles vertreten. Und dementsprechend gibt es so viele unterschiedliche Belange.

Marion: Es kommt immer mal wieder vor, dass ich zu den Kollegen sage: „Also so einen Fall hatte ich noch nicht.“

Sören: Ja (lacht).

Marion: Und das bei 30 Jahren (lacht). Und ab und zu gibt es auch sehr komplizierte Fälle, z.B., wenn Patienten nicht krankenversichert sind.

Sören: Sich in Themen reinzufuchsen und das Gefühl zu haben, jetzt genau diese eine Sache herausfinden zu müssen, um gut weiterzukommen, macht Spaß. 

Marion: Und wo man zum Beispiel anrufen muss, z.B. beim Konsulat des Königreiches Marokko. Bis dahin war ich mir gar nicht sicher, ob Marokko ein Königreich ist (lacht).

Sören: (lacht)

Marion: Oder bei Bundeswehrsoldaten, das ist wieder eine ganz andere Welt. Wenn ich versuche Hilfen zu installieren, dann muss ich erst gucken, wie die Abläufe sind, welche Regularien einzuhalten sind, etc.

Sehr spannend.

Marion: Ja, das ist ein schöner Beruf, nicht? (lacht)

Sören: Ja, der ist zu empfehlen.

Wenn ihr eine Sache nennen müsst, könnt ihr sagen, was das Beste an eurer Arbeit ist? Für euch persönlich?

Sören: Ja, ich würde ganz klar den Kontakt zu den Patienten benennen. Dass ich mit Menschen zu tun habe. Um einfach ein Puzzleteil dieses Lebens zu werden, weil man eine Unterstützung schaffen kann oder den Weg dahin ebnet. Das ist schön und sehr bereichernd. Das gibt mir zumindest viel, wenn ich weiß, durch meine Arbeit kann ich ein Leben ein Stück weit unterstützen und einfach ein Teil davon werden. Das gibt ein gutes Gefühl. Ja.

Fällt euch auch eine Erfahrung oder ein Erlebnis ein, das für euch hier besonders schön war oder was euch noch sehr in Erinnerung geblieben ist?

Marion: Besonders kann ich tatsächlich nicht sagen. Mir sind natürlich von den Anfängen viele lustige Begebenheiten in Erinnerung geblieben. Ein Arzt hat letztens mal so schön gesagt: „Ihr holt euch vom Sozialdienst immer die Lorbeeren ab.“ Das hängt aber damit zusammen, dass wir oft konkrete Hilfen anbieten können. Sei es, dass man Geld bekommt oder die Wohnung erhalten bleibt. Oder wir eine Einrichtung finden, wo man sich sehr wohl fühlt. Natürlich eckt man mit dem einen oder anderen Patienten auch einmal an, wenn Erwartungen nicht erfüllt werden können.

Ganz rührend fand ich einmal, dass eine alte Dame, die sehr arm war und für die ich was erreichen konnte, mir eine Packung Fruchtstäbchen schenkte. Diese kosten nicht sehr viel und sie hatte es in Geschenkpapier eingewickelt, was überbügelt war und wiederverwendet worden ist. Sie hatte wenig und gab viel. Das ist mir sehr in Erinnerung geblieben. Und was auch schön war: Ich bekam irgendwann einen Anruf, da waren wir noch in Twistringen, es meldete sich eine Frau und sagte: „Oh, wie schön, es gibt Sie noch! Ich habe gedacht, ich versuche einfach mal anzurufen. Wissen Sie was? Ich wohne mittlerweile in Frankreich. Sie haben mir vor 15 Jahren mal sehr geholfen. Ich habe jetzt Probleme mit meinem Sohn. Können Sie mir da Ratschläge geben?“ Oder einmal in Twistringen an der Tankstelle, da guckte mich immer jemand an und sagte: „Sie sind doch Frau Beutner! Sie haben mir mal sehr geholfen.“ Und dann merkt man erst, welche Bedeutung man für einen Patienten hatte. Und das gilt nicht nur für unsere Berufsgruppe, sondern natürlich für alle anderen. Das sind diese wertvollen Momente.

Ja, dass einem das wahrscheinlich noch einmal bewusst wird, wenn man ja jeden Tag hier herkommt, was?

Marion: Ja, genau.

Schön. Da kriege ich ja fast schon ein bisschen Gänsehaut (lacht).
Und was würdet ihr sagen, ist das größte Vorurteil über euren Beruf, mit dem ihr gerne aufräumen würdet?

Marion: Kaffee trinken! (lacht)

Sören: (lacht) Ja, ich wollt’s gerade sagen: Kaffee trinken und rauchen. Das ist so das, was man über Sozialarbeiter sagt.

Marion: Ich sage immer scherzhaft, ich trinke Tee (lacht).

Sören: Genau! (lacht) Viele sehen Soziale Arbeit als eine „Laber-Profession“ in Anführungszeichen an. Wo es nur darum geht, ein bisschen zu schnacken und dann läuft das schon irgendwie. Aber so ist es nicht. Soziale Arbeit ist vielfältig, super spannend und manchmal einfach nur hart. Diesen Faktor darf man nicht außer Acht lassen. Wir sind ja tagtäglich mit Menschen in Kontakt, denen es, vor allem hier in der Psychiatrie, relativ schlecht geht, die oftmals viele soziale Schwierigkeiten mitbringen. Und das auszuhalten ist nicht immer leicht. Da muss man schon eine gewisse Widerstandsfähigkeit, eine gewisse Resilienz mitbringen, damit man das gut aushält. Und da ist es halt nicht mit einem Kaffee und einer Kippe getan. Man muss sich intensiv mit bestimmten Themen auseinandersetzen, auch viel mit sich selbst. Wie geht man mit manchen Sachen um? Viele sehen die psychische Anstrengung dahinter nicht. Wir haben jetzt nicht den körperlich anstrengendsten Job, aber für den Kopf ist es schon oftmals fordernd. Das darf man nicht vergessen.

Marion: Genau. Zu der Freude, die wir geschildert haben, ist das eine andere Seite. Ich habe in der Familienhilfe gearbeitet und bin manchmal nach Hause gefahren und ohne zu wissen, wie es dem Kind geht. Liegt eine Misshandlung oder Missbrauch vor? Ist es ein Verdacht, muss ich jetzt handeln, wie gehe ich besonnen vor, ohne es schlimmer zu machen? Kleine Kinder, die fragten „Nimmst du mich mit nach Hause?“ Das ist der Unterschied zur Psychiatrie. Hier sind 24/7 Menschen da, die sich kümmern. 

Sören: Kommunikation ist unser Handwerkszeug. Also so wie ein Tischler seinen Hammer hat, so haben wir unsere Sprache. Und wir müssen gut überlegen, wie kann man die Sprache einsetzen, damit gewisse Ziele erreicht werden? Dafür gibt es ja unterschiedliche Formen von Beratung, unterschiedliche Ansätze und Methoden.

Marion: Neben den Methoden ist es wichtig einen guten Instinkt, ein Gespür für den Menschen zu haben. Du musst Dir vorstellen, da sitzt mir jemand gegenüber, der muss Vertrauen zu mir fassen. Und da ist Sprache, Aufmerksamkeit, Ruhe natürlich sehr wichtig.

Und ergänzend, die Soziale Arbeit in der Psychiatrie, ist eine sehr schöne und vielfältige Tätigkeit. Ich muss mich mit der Sozialgesetzgebung gut auskennen, muss um die Krankheitsbilder wissen und verstehen und Hilfen installieren. Es erfordert ein umfangreiches Wissen. Das macht Freude.

Sören: Genau!

Marion: Ich würde jedem Berufsanfänger raten, in der Psychiatrie im Krankenhaussozialdienst anzufangen, weil er dort viel lernen kann.

Sören: Das merke ich gerade tatsächlich am eigenen Leib. Ich komme wie gesagt vor allem aus der Eingliederungshilfe und hatte den Status des „Fachidioten“. Seitdem ich hier arbeite, merke ich, wie breit dieses Feld der Sozialen Arbeit ist.

Noch eine kurze Frage, wo du gerade eben schon sagtest, Kaffee und Zigarette ist so ein Klassiker: Was ist dann tatsächlich euer Lieblings-Snack oder Getränk bei der Arbeit?

Sören: Tatsächlich ein guter Tee. Ein guter Kräutertee ist immer gut. Da macht man nie was falsch. Und ich liebe sehr, sehr Kindercountry. Also Kindercountry und Tee – dann ist der Tag gerettet.

Marion: D’accord (lacht). Ich bin auch nur eine Teetrinkerin. Ich rauche nicht. Grüner Tee, Ostfriesentee, das ist so meins. Und ich liebe ebenfalls Kinderschokolade (lacht).

Vielleicht wird das ein neues Vorurteil.

Sören: Damit könnte ich mitgehen (lacht).

Marion: Da hätte ich auch kein Problem (lacht).

Okay, wollt ihr noch irgendwas loswerden über euren Bereich, euren Beruf?

Sören: Ja. Ich kann es auf jeden Fall sehr empfehlen, insbesondere als Einsteiger in diesem Bereich.

Marion: Ja, ich wollte auch sagen: Kommt her! Es ist ein schönes Arbeiten, insbesondere in der Psychiatrie. Um vielleicht Sorgen zu nehmen, die man hat, mit psychisch kranken Menschen zu arbeiten. Natürlich haben einige Patienten selbst- und fremdaggressives Verhalten. Nicht umsonst gibt es ein Psych KG und Zwangseinweisungen. Aber es handelt sich um Menschen, die in Krisen sind, Menschen wie Du und ich. Man sollte keine Scheu vor der Psychiatrie haben.

Das klingt gut. Ja, vielen Dank.

Marion: Da kriegst du auch direkt Lust dich zu bewerben oder soziale Arbeit zu studieren, nicht? (lacht)

Sören: (lacht) Das ist ein guter Job. Macht wirklich viel Spaß.

Sehr schön! Wenn man das so sagen kann, dann würde ich sagen, hat man das Richtige gefunden, oder?

Marion: Ja, definitiv.

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